Der CL kommt aus den portugiesischen Bergen. Das raue Hochland Nordportugals ist seine Heimat. Die Viehzüchter aus den Bergen Castro Laboreiro wollten einen Schutzhund gegen Mensch und tierische Räuber. So wurde die Rasse typisch für die Bevölkerung dieser Gegend. Man trifft sie hauptsächlich in einer Zone, die durch die Berge von Peneda und von Suajo und den Flüssen Minho und Lima, begrenzt wird. Einige CLs findet man vereinzelt neben dem Minho und in der Provinz Douro. Im übrigen Portugal führt er eher ein Schattendasein.
Es gab saisonale Wanderungen zwischen den sog. "Veranden" oder "Brandas" und dem "Inverneiras". Die Bevölkerung bewegte das Vieh zwischen einer Winterweide und einer Sommerweide. Diese zyklischen Wanderungen, zu immer den gleichen Plätzen, waren durch die Landschaft, insbesondere durch die Berge beschränkt. Die Viehweiden lagen zwischen 6 und 30 km auseinander. Zu einer anderen einzigartigen Eigenschaft des Castro Laboreiro führte "Vezeiras", das Weidesystem, in dem das Vieh in Gruppen ohne Hirten auf Weiden bewegt wurde.
Das Dorf Castro Laboreiro wurde erst in den 40ern durch den Bau einer Straße zugänglich, so dass der Castro Laboreiro sehr lange von anderen Zuchteinflüssen verschont blieb, zumal er die Anforderungen der Gebirgsbevölkerung, hinsichtlich seiner Arbeitsweise und des Temperamentes immer erfüllte.
Historische Anmerkung zu Castro Laboreiro
Eine lokale Tradition sagt, daß Castro Laboreiro von St. Rosendo, Enkel von Hermenegildo gegründet wurde. Die Bevölkerung siedelte um das Schloß, das auf einem steilen, fast unzugänglichen Hügel errichtet wurde. Es bis heute noch eine typische Kleidung im Castro Laboreiro: Holzsolesandalen, die ohne Strümpfe getragen werden, Gamaschen aus grobem wollenem Tuch, sowie einen typischen Hut mit Umhang.
Diese legendäre Rasse ist ohne Zweifel eine der alten Rassen der Welt und bis heute eine der ursprünglichsten europäischen geblieben. Das Renommee diese Hundes hat seinen Ursprung vor einigen Jahrhunderten: es gibt Hinweise aus dem 8ten Jahrhundert, in denen die Stämme der Gegend ihrem Landherren als alleinigen Tribut fünf Hunde zu zahlen hatten. Alte Dokumente beziehen sich auf das Eindringen der Gallizier, um Frauen und Hunde der Region zu stehlen.
Die Gegend um Castro Laboreiro ist ein isolierter Platz in den Bergen, zu dem es nur wenige Zugänge gab. Dies war mit ein Grund, dass der Castro Laboreiro ohne Einkreuzungen anderer Rassen seinen ursprünglichen Charakter behalten konnte. Er erfüllte alle Anforderungen der Gebirgsbevölkerung und wurde ein gut angepaßter, tadellos ausgeglichener Hund.
Topographisch ist die Region um Castro Laboreiro bis zum Himmel von hohen wilden und granitartigen Bergen umgeben. Das Land konnte so vor der Mechanisierung gerettet werden. Es konnte nur durch Menschenhand oder mit dem Pflug und Rindern bearbeitet werden. Getreide wurde zur Selbstversorgung angebaut. Allein die Viehzucht war rentabel. In der Region um Castro Laboreiro gibt es eine lokale Eigenheit: der Besitz von zwei Häusern, den "Brandas" und "Inverneiras". "Brandas" sind Plätze, die von den Hirten vom Frühling bis zum Ende des Herbstes benutzt werden. Sie sind die höheren Orte der Sierra, die im Sommer der Sonne und während des Winters Schnee und eiskalten Winden sehr ausgesetzt sind. Nur von den Hunden begleitet läuft hier das Vieh frei herum. Die "Brandas" findet man in den zwei Seitenrändern des Flusses Laboreiro.
Er ist ein sehr robuster und tadellos ausgeglichener Hund, der minimalistisch und zudem durch den Lebensstil "Castrejo" und die lokale Begrenzung sehr anpassungsfähig wurde. Mit entscheidend hierfür war sicher auch die Fortpflanzung weitgehend ohne menschliche Intervention. Hündinnen und Rüden wurden allein "Mutter Natur" überlassen und pflanzten sich entsprechend fort. Die Leute dort ließen nur 2 oder 3 Welpen am Leben, der Rest wurde getötet. Sehr oft musste der Besitzer seiner Hündin weit in die Berge folgen, um den Wurfplatz zu finden. Früher war der Vater dder Alpha-Rüde in der Gegend. Einige Leute bevorzugten Hündinnen, weil diese mehr Zeit bei dem Vieh verbrachten.
Ein "vergessenes Juwel"
Die Rasse ist Teil der portugiesischen Kultur "Castro". Dennoch haben etliche Faktoren in der Vergangenheit zur Apocalypse dieser Rasse beigetragen: die Verbesserung der Infrastruktur zum Dorf Castro Laboreiro und der Tourismus brachten andere Hunde in die Berge; die vermehrte Jagd auf Niederwild den "Podengo"; wegen zögernder Entschädigungszahlungen der Regierung, platzieren die Menschen Giftköder gegen Wolf und Fuchs. Statt der Wölfe sterben immer häufiger Hunde, die unter den harten Arbeitsbedingungen leiden; Abnahme der Viehzucht, die das Hauptarbeitsgebiet der Rasse war; Achtlosigkeit der Bevölkerung und in der Zuchtauswahl führte zu einigen phenotypischen Defekten. "Moderne" Mängel sind: grosse Augen, die fast aus dem Schädel kommen und die topaz-gelbe Farbe, der sehr dreieckige Kopf und die lächerliche Größe einige dieser Hunde. In der Vergangenheit war die genetische Entwicklung immer gegeben, weil die CL-Population groß war.
Die Viehzahl in der Region gab den Hunden entsprechende Arbeit und verhinderte andere Hunde-Rassen. Doch das hat sich in den letzten Jahren verändert. Immer mehr ausländische Hunde drängen nach Portugal. Dies sind nur einige Gründe, die in Portugal zur Aufgabe dieses portugiesischen Schatzes führen. Es gibt schlicht und einfach keine Verwendung mehr für diesen Hund. Mit Zunahme von Kriminalität und Gewalttätigkeit in Portugal begann man Hunde wie den deutschen Schäferhund, den Boxer, Doberman und, vor kurzem, Rottweiler wie Schutzmaschinen auszubilden. Diese importierten Rassen sind immer öfter (oder die meisten von ihnen) von geringer Qualität zu einem horrenden Preis. Durch die Vernachlässigung der einmaligen Rasse durch Züchter und die portugiesische Bevölkerung lassen sich heute in Portugal drei CL-Arten unterscheiden:
- der "reine showdog" CL "von den Zuchtfarmen"
- der sehr seltene Arbeitshund von den CL-Bergen
- der Misch- oder degenerierte CLD von den CL-Bergen und anderen Plätzen
Vor diesem Hintergrund gibt es in Portugal einen Wettbewerb, der vom Priester Aníbal Rodrigues der Gemeinde Castro Laboreiro gefördert wird. Er hat das Ziel die ausgezeichneten Eigenschaften der Rasse Castro Laboreiro zu bewahren, zu verbessern und zu verbreiten. Dieser lokale Wettbewerb findet seit 1954 alljährlich am 15 August statt.






