Warum einen Castro Laboreiro
Der Cao de Castro Laboreiro ist eine der ältesten Rassen Europas - und eine der unbekanntesten. (mehr Bilder & Infos findest du auch auf der Seite www.castro-laboreiro.eu) Kein Wunder wenn ich sehe, was über diese Hunde im Netz zu finden ist und was für schreckliche Bilder da kursieren. Ich wäre auch so nie auf diesen Hund gekommen. Beim F.C.I. ist diese Population schon gar nicht mehr zuchtaktiv. Es sind keine Welpen auf dem deutschen Markt und auch in Portugal ist es ebenso schwierig, einen - guten - Hund aufzutreiben. Insbesondere wenn man weiß, das es erhebliche Unterschiede gibt, aus welcher der drei Zuchtlinien der Hund jetzt kommt. Wenn man aber einen dieser wunderbaren Gesellen aus einer Blutlinie bekommt, dann kann man sich glücklich schätzen. Indra, unsere CL-Hündin aus Cinfaes, ist ein solcher Hund. Es gibt viele gute Gründe für diese ganz besondere Rasse. Für mich als Familienvater hat der CCL unschlagbare Vorteile anderen Hunden gegenüber.
Der cao de Castro Laboreiro:
- stinkt nicht nach Hund!! Man riecht selbst bei Nässe nicht, dass ein Hund im Haus ist. Im Gegenteil - meine Frau sagt, Indra rieche lecker.
- ist Kindern gegenüber sehr geduldig. Wir haben Kinder im Alter von 2, 5 und 10 Jahren im Haus. Dazu kommt, dass zwei meiner Kinder nur ab und zu im Jahr in den Ferien bei uns sind. Auch dies klappt hervorragend.
- ist ein absolut souveräner Hund, den u.a. weder Feuerwehrgeheule noch Silvesterknallerei aus der Ruhe bringen!
- ist ein sehr intelligenter Hund, der über eine schnelle Auffassungsgabe verfügt!
- ist berechenbar und absolut zuverlässig!
- ist absolut pflegeleicht, Dreck fällt einfach aus dem Fell. Kämmen und bürsten kennt der Hund nicht. Selbst Kletten fallen einfach aus dem Haarkleid, wie der Dreck vom Feld.
- ist kein Fresser. Der Cl frißt und wenn er satt ist, lässt er den Rest stehen. Er wird niemals ein fetter Hund, da er von seinen Anlagen und die jahrhundertelange Zuchtwahl zu einem minimalistischen Hund wurde!
- ist kein Jagdhund! Reh, Hase und Kaninchen bleibt die Hetzjagd erspart und ich von stundenlanger Suche oder Warten im Wald verschont.
- ist ein Herdenschutzhund Er bewacht und schützt gegen Mensch und Tier.
- ist extrem sozialverträglich, wenn man ihn entsprechend erzieht. Pferde, Jogger, Radfahrer, Scater, Omas, Kinder und Rollerfahrer lässt Indra völlig kalt. Sie lebt mit unserer Katze "Frieda" zusammen.
- ist von seiner Veranlagung kein Raufbold, der Ärger sucht. Wenn`s drauf ankommt, geht ein CL niemandem aus dem Weg.
- ist ein One-Man-Dog! Seinem Herrn oder seiner Herrin ist er ein treuer Begleiter auf den man sich 100% verlassen kann. Die anderen Familienmitglieder werden geduldet - geliebt wird nur einer - wenn er es verdient!
- ist ein ruhiger souveräner Hund - ohne Bellorgien und Zaungekläff. Wenn ein CL bellt, dann hat er einen triftigen Grund. Wir wohnen am Feldrand und es gehen morgens "Schülerherden" vorbei, danach die Hundeleute und die Spaziergänger.
- ist ein wunderschönes Tier, das alle Blicke auf sich zieht. Neben dem Aussehen hat diese Rasse einen eleganten Gang. Fast könnte man sagen sie tanzen über den Boden. Der ganze Hund bewegt sich locker und frei.
- ist ein hervorragend ausgewogener und ausgeglichener Hund.
- ist instinktsicher und immer freundlich.
- ist ein wunderbarer Begleiter in Feld, Wald und in der Stadt, der frei laufen kann.
Der Castro Laboreiro als Familienhund ...
Der Cao de Castro Laboreiro kann ein sehr guter Familienhund werden. Von seinen Anlagen und seiner züchterischen Ausrichtung eignet er sich bei entsprechender Erziehung ganz hervorragend. Wenn Sie sich zu dieser Rasse hingezogen fühlen und einen solchen Hund in Ihrer Familie aufnehmen wollen, sollten Sie folgende Dinge beachten: Der Castro Laboreiro ist eine ursprüngliche Rasse, die noch nicht durch menschliche Manipulation "gestört" wurde. D.h. er ist noch sehr nahe am Wolf und den Instinkten seiner Vorfahren. Dieses Wissen ist wichtig um zu verstehen, wie dieser Hund "tickt". Wie man mit ihm umgehen muss und wie nicht.
Wenn Sie Ihre Freizeit gerne auf einem deutschen Hundeplatz verbringen wollen oder bereits dort seit Jahren Mitglied sind, suchen Sie sich einen anderen Hund! - Das meine ich ernst. Der Kadavergehorsam anderer Rassen wie bspw. des Deutschen Schäferhundes ist dem CL völlig fremd und auch nicht anzutrainieren!!! Er ist ein Herdenschutzhund aus den Bergen und braucht eine seinen Typus fördernde Erziehung und Anleitung, damit Hund und Herr glücklich werden und bleiben. Nur Liebe und Beharrlichkeit in der Erziehung führt beim CL langfristig zum einem Hund, der seinesgleichen sucht. Ich habe im Umkreis von 30 km keinen Verein gefunden, dessen Trainer ich die Co-Erziehung meines CL anvertrauen wollte.
Zuerst das Wichtigste! Der CL ist ein robuster Hund. Diese Rasse kennt die "Zivilisationskrankheiten" der Modehunde in Deutschland nicht!! Entsprechend gering sind und werden Ihre Tierarztbesuche sein. Das wirkt sich extrem auf die "Unterhaltskosten" für Ihren Vierbeiner aus. Das war mit ein ganz entscheidender Grund, weshalb ich mich für diese Rasse entschieden habe, nachdem ich in der Infophase mit etlichen Hundebesitzern gesprochen hatte. Mein Geld trage ich nicht zum Arzt.
Um einen gesunden Hund zu haben zählt für meine Begriffe nicht nur die physische Konstitution - insbesondere das seelische Befinden entscheidet darüber, wie groß die Freude mit diesem Hund wird. Von seinen Anlagen ist der Castro Laboreiro ein hervorragend balancierter Hund. Es liegt an der Erziehung, ob und wie die "genetischen Mitbringsel" Einzug in das Leben Ihrer Hündin oder Ihres Rüden finden.
Kein MUSS - ist der regelmäßige Besuch einer Welpenspielgruppe in Ihrer Gegend. Denn dort lernt der Castro meist nur Blödsinn. Was lernt ein Welpe denn von einem Welpen? Er lernt etwas von adulten, gut sozialisierten Hunden. Das Hunde 1x1 beherrscht er bereits, den Feinschliff bekommt er durch den Umgang mit Seinesgleichen. Ist der Hund erst einmal im Haus, zählt jeder Tag. Da sollte keine Ausrede zählen und alles andere für diese kurze Zeit hinten anstehen. Denn Sie haben nur wenige Wochen Zeit, sich eine tragfähige Vertrauensbasis zu Ihrem Hund aufzubauen. Ohne diese Basis ist eine Mensch-Hund-Beziehung mit einem HSH zum Scheitern verurteilt.
Ihren CL sollten Sie so mit 8-12 Wochen zu sich nehmen. Je eher desto besser, wenn Sie eine gute Bindung zu ihm aufbauen wollen. Und bedenken Sie - die Erziehung beginnt mit dem ersten Tag. Nutzen Sie die Zeit bis zur 16ten Woche, den Grundstein für ein glückliches Hundeleben zu legen. Alles, aber auch gar alles, was der CL bis zu diesem Zeitpunkt kennen gelernt hat, brennt sich ihm regelrecht ins Gedächtnis. Die Fehler dieser Zeit sind nicht mehr zu korrigieren! Carpe diem! Daneben gibt es für Ihren CL Dinge, die er von Ihnen unbedingt lernen muss, damit Sie ein entspanntes Miteinander erhalten können:
- Er muss wissen, wer der Anführer ist, wenn sich das "Rudel" nach einer Trennung wieder vereint!
- Wer beschützt das Rudel, wenn das "Rudel" angegriffen wird/ in Gefahr ist?
- Wer führt das Rudel zur Jagd?
Vergessen Sie den Erziehungsstil und -ton, der auf deutschen Hundeplätzen herrscht. Damit beißen Sie bei einem CL auf Granit. Sie werden an Ihrem Hund verzweifeln, wenn Sie das nicht beherzigen. Es gibt nur eine Methode wie Sie diesen Hund, insbesondere das Herz diese Hundes, erreichen können. "Liebevolle Konsequenz", "Respekt" und "achtsame Beharrlichkeit" sind die Schlüsselbegriffe. Gelingt Ihnen das, werden Sie jahrelang reich beschenkt. Wenn Sie es schaffen - wohlgemerkt in den Augen des Hundes - ihrer Rolle ans "Führer" gerecht zu werden, wird er Sie mit liebevoller Zuneigung belohnen. Ansonsten haben Sie später mit diesem dominanten und eigenständigen Hund echte Probleme. Er übernimmt die Führung, wenn Sie sich nicht als würdig erweisen. Führen bedeutet bei einem Castro Laboreiro NICHT sagen was gemacht wird! Führen heißt vielmehr - MACHEN WAS GEFRAGT IST! Auf das Leben mit einem CL heißt das u.a. Sowenig Einflussnahme wie möglich und soviel Intervention wie nötig. Auf den Spaziergang bezogen: Rufen Sie nicht dauernd nach ihm - rufen Sie Ihn, wenn Gefahr im Verzug ist.
Hüten Sie sich davor, ihm mit Zwang und Gewalt zu begegnen. Erheben Sie nur einmal Ihre Hand gegen diesen Hund, haben Sie seinen Respekt verloren. Der Cao de Castro Laboreiro verzeiht solch einen Fehler nicht. Die Bindung zwischen dem "Rudelführer" und dem CL ist das unsichtbare Band, das ihn bei Ihnen hält. Zerstören Sie es, bekommen Sie ernsthafte Probleme, da sich der Hund von Ihnen nicht mehr führen lässt.
Ein CL ist ein "one-man-dog". Er wird sich an einem Familienmitglied orientieren - egal ob Mann oder Frau. Dieses Familienmitglied hat die Verantwortung, dass aus dem edlen Tier ein umgänglicher Familienhund wird. Der "Leader of the Pack" muss ihn orientieren, da er sich sonst verlassen vorkommt und sofort die Initiative ergreift.
Wenn Sie aus einem CL einen guten Familienhund machen wollen, müssen Sie ihm von Anfang an mit ALLEM vertraut machen, was ihm später begegnen wird. Fahren Sie mit Ihm Auto, Zug, Straßen- und U-Bahn. Gehen Sie mit ihm in den Tierpark - (Heidelberg erlaubt die Mitnahme von Hunden), zeigen sie ihm Kühe, Pferde, Schafe. Bringen sie ihn auch mit anderen älteren Hunden zusammen. Hüten sie Ihren Cao wie Ihren Augapfel - aber behüten Sie ihn nicht! Ganz wichtig ist für diese Hunde, dass sie erfahren, dass Menschen keine Gefahr sind. Gehen sie mit Ihrem Hund unter Menschen. Besuchen Sie belebte Plätze. Gehen Sie nicht mit ihm als Welpe dort spazieren - suchen Sie sich einen Platz und bleiben Sie dort bis der Hund sich entspannt. So ein Gewusel ist Stress pur für einen CL. Gehen Sie mit ihm an Kindergärten und auf Schulhöfe. Er wird dann später rennende Kinder als etwas ganz Selbstverständliches erleben. Zeigen sie ihm Fahrradfahrer, Scater und Jogger. Kurzum, alles was einem Familienhund begegnet das MUSS ein CL bis zur 16 Woche mind. zweimal erlebt und gesehen haben - Ich habe in der Erziehungsphase auch Fehler gemacht, die sich bis heute auswirken.
Das gilt auch für seine Ausbildung, Beginnen Sie sofort, ihm zu zeigen, wer das Sagen hat und was Sie von ihm wollen - was er lernen soll. Pfiffe oder Pfeife, Sit, down und Stop, was er in diesen Wochen lernt und was ihm mit/bei Ihnen widerfährt, bleibt und ist jederzeit später abrufbar. Denken Sie auch daran, dass es keinen Welpenschutz gibt. Also seien Sie vorsichtig beim Kontakt mit anderen Hunden.
Sie finden ausreichend Literatur zur Erziehung von Hunden. Doch Herdenschutzhunde sind anders. Der CL ist ein hochintelligenter Hund, vergessen Sie das bei Ihrer Erziehung niemals. Andere/viele Hunde brauchen die gleiche Lektion etliche Mal - doch machen Sie das nicht mit Ihrem Cao. Er meint sonst, er mache einen Fehler. Ein fataler Erziehungsfehler, mit weitreichenden Folgen für das Vertrauensverhältnis. Wenn ein Cao seine Lektion gut gemacht hat, loben Sie ihn ausgiebig. Eine Wiederholung zur Sicherheit und das war`s dann für heute. Täglich fünf Minuten üben, verteilt auf einige Stunden, reichen völlig aus, dass Sie sich später auf Ihren Hund absolut verlassen können. Ich habe sehr gute Erfahrungen mit dem Clickertraining gemacht.
Der Cao braucht eine Beschäftigung, damit es ihm gut geht, eine Aufgabe oder ein Spiel, das ihn fordert. Ein Beispiel: der Cao ist kein Apportierhund - drei Mal Stöckchen werfen und er wendet sich gelangweilt ab. Sehen Sie es ihm nach, das ist nicht seine Welt. Sie können mit ihm die Gebrauchshundeausbildung absolvieren und eine Ausbildung als Drogenspür-, Rettungshund ist auch nicht zu verachten - ABER hüten Sie sich davor, mit diesem Hund eine Schutzhundeausbildung anzufangen. Der Schutz- und Wachtrieb steckt tief in ihm und darf nicht gefördert oder verstärkt werden. Die Folgen wären unabsehbar. Machen Sie sich um diesen Teil seiner Qualitäten keine Gedanken - es dauert etwas, doch eines Tages erwacht dieser Instinkt schlagartig in Ihrem Hund.
Ein Cao de Castro Laboreiro braucht Platz. Auch die Stadt ist nicht sein Revier. Er braucht ein großes Grundstück oder einen Bauernhof mit Land drum herum. Schließlich ist es ein Berghund, der die Weite liebt.
Geben Sie Ihrem CL seinen Platz in Ihrer Familie und achten Sie darauf, dass diese Ordnung nicht verletzt wird. Erst Sie, dann die Familie, dann Haustiere, die vor dem CL schon bei Ihnen gelebt haben und dann der Hund. Kommen Tiere nach Ihrem Hund in den Haushalt, bekommen diese nach dem Hund ihr Futter. So einfach ist das.
Wenn sie all das beachten haben Sie gute Chancen, einen hervorragenden Familienhund zu bekommen. Meine CL-Hündin ist aus einer Blut-/Arbeitslinie und sie weiß wo sie hingehört. Sie teilt unser Haus mit "Frieda" unserer Katze. "Frieda" war zuerst da. Heute fressen bei uns Hund und Katze aus einem Napf. Das änderte sich auch nicht als "Frieda" vier Kätzchen zur Welt brachte. Der Castro Laboreiro ist ein sehr ungewöhnlicher Hund, der sich in jede gesunde Familienstruktur integrieren lässt.
Der CL als Schutz- und Wachhund
Der Schutz - und Wachtrieb ist diesen Tieren in die Wiege gelegt. Hüten Sie sich davor, mit diesem Hund eine Schutzhundeausbildung in Deutschland zu absolvieren. Wenn Sie einen CL als Cattle-Dog einsetzen wollen, kennen Sie sicherlich die Ausbildungsschritte.
Ausbildung des Castro Laboreiro
Es gibt verschiedene Wege einen CL zu formen. Schau auch mal unter (www.castro-laboreiro.eu )Je nach Anforderungsprofil entsteht so ein ganz individueller Typus. Der Castro Laboreiro hat eine tiefe Hingabe und Zuneigung für seinen Herren und ein unglaubliches Misstrauen Fremdem gegenüber - typische Eigenschaften, die ihn zu einem zuverlässigen Wächter machen. Diese starken Merkmale sind bei ihm genetisch verankert und liegen in der Art und Weise begründet, wie der Hund gezüchtet und angelernt wurde/wird.
Der Castro Laboreiro braucht nicht ausgebildet zu werden, um ein guter Wach- und Schutzhund zu werden, wie dies bei anderen Rassen üblich ist. Hierfür genügt es völlig, wenn er ohne Kontakt zu Fremden und Hunden aufgezogen wird. So behalten und verstärken sie den natürlichen Widerwillen gegenüber Fremden. Wenn der Castro Laboreiro Vieh schützt, ist er immer selbstorientiert und nicht abhängig vom Auftrag oder der Weisung seines Herrn. Sobald eine Situationen seine Intervention benötigt dann tut er dies - ohne wenn und aber. Daher muß dieser Hund in einem ausgeglichenen Klima, mit Liebkosungen und Respekt, aufgezogen werden.
Die Schulung des Charakters ist bei dieser Hundeart vom großer Wichtigkeit, weil ihm genetischen Eigenschaften im Blut stecken. Er braucht anfänglich gute Führung und Orientierung, wenn es ein guter Hund werden soll. Er muß wissen, daß er seinen "Platz" "besitzt". Sein Rudel (Herr und Familie) muß ihm nahe sein und man muß ihm entsprechende Aufmerksamkeit schenken. Ein gut ernährter und gestreichelter CL, der seine Aufgabe hat, braucht sonst nichts weiter. Auf diese Weise erzogen, wird er nie von Fremden vergiftete Nahrung annehmen oder zu stehlen sein.
Zwinger- und Kettenhaltung ist grundsätzlich für diese Rasse nicht geeignet. Sie hat einen großen Einfluss für die ausgeglichene Entwicklung des Temperamentes. Der Hund würde daraufhin unberechenbar, neurotisch und selbst für seinen Herrn zu einer Gefahr.
Die natürliche Aggressivität des Hundes darf niemals angeregt oder ihm mit Gewalttätigkeit begegnet werden. Diese Art der Erziehung ist für den Menschen gefährlich und die Ursache nicht wieder gutzumachender seelischer Defekte, die den Hund auf Dauer zu einem gefährlichen Werkzeug machen, das von Menschen nicht mehr zu kontrollieren ist. Das dominierende Temperament und starke Gefühl der Gegend ist in dieser Rasse offensichtlich präsent. Ihnen folgt die Wildheit der Berge um Castro Laboreiro wie ein Schatten. Wie andere Herdenschutzhunde greift er an, sobald sein Territorium nicht respektiert, er gereizt wird oder gar glaubt, daß sein "Schutzbefohlenes" in Gefahr ist.
Ein anderer wichtiger Punkt ist die Reziprozität des Vertrauens zwischen Herr und Hund. Der Gebirgshund CL ist der Spiegel seines eigenen Herrn. Ein Fremder im Beisein des Herrn wird durch den Hund nicht belästigt, solange dieser keine Gefahr in dieser Person sieht. Ändert sich die Stimmung des Herren dem Fremden gegenüber, ändert sich auch das Verhalten des Hundes schlagartig. Falls der Hund dem Besucher nicht traut, greift er sogar an!
Verhalten mit dem Herrn, der Familie und Fremden gegenüber
Wenn der Hund gut sozialisiert ist und zwischen Herr und Hund eine feste Bindung besteht, greift er diesen niemals an. Es gibt einen markanten Unterschied im Sozialverhalten, der die Rasse Castro Laboreiro von anderen HSH unterscheidet. Haben diese eher ein unabhängiges Temperament, entwickelt der Castro Laboreiro ein starkes Gefühl der Zuneigung und des Schutzes in Richtung seines prägenden Umfeldes, besonders aber seinem Herrn gegenüber. Dies kann bis zur Eifersucht gehen.
Der Castro Laboreiro ist mit Kindern und anderen Mitgliedern der Familie sehr tolerant. Allerdings muß betont werden, dass er nicht allen Mitgliedern gegenüber den gleichen Respekt und Treue entgegen bringt, wie seinem "Führer" - er weiß ganz genau, wer wirklich in der Familie führt und wer nur so tut. Dafür hat er einen untrüglichen Instinkt. Als Fremder hat man es hart, das Herz dieses Hundes zu gewinnen, mit ihm zu spielen oder ihn zu einer Reaktion zu bringen. Ein Fremder wird geduldet - geliebt wird jemand ganz anderer. Denn das Herz des CL schlägt für den "Leader of the pack"
Dieser Hund hat außerordentliche Fähigkeiten, ist intelligent, lernbereit und vielseitig begabt. Hierdurch kann er für unterschiedliche Aufgaben ausgebildet und eingesetzt werden, um so ein ausgeglichener Hund zu werden. Sie können Agility oder ähnliche Hundesportarten mit diesem hund machen
Rassemerkmale und Eigenschaften
Der Castro Laboreiro hat ausgezeichnete Eigenschaften, ist unbestechlich und ein hervorragender Wächter für Mensch, Haus, Hof oder Vieh. Er ist ein sehr robuster und dynamischer Hund. Er benötigt viel Platz und ist daher ideal für Häuser mit großen Gärten bzw. viel Land drum herum oder Bauernhöfe. Er "patrouilliert" instinktiv durch sein Revier und überprüft regelmäßig alle Plätze, die seinem Schutz anvertraut sind.
Ein ganz besonderes Merkmal dieser Rasse ist, dass sie sehr eigenständig zu handeln pflegt. Alleine mit dem Vieh geht der Hund morgens hinaus und kommt abends wieder mit zurück. Im Gegensatz zu anderen Rassen wird von den Hunden erwartet, dass sie ohne menschlichen Begleiter die Herde sicher wieder zurückbringen. Tiere die diese Herausforderung nicht erfüllten, waren für die Bewohner sinnlos und wurden erschlagen. Seine Funktion war und ist bis heute noch aufzupassen und zu schützen.
Er ist sehr dominierend, tapfer, extrem dynamisch, unbestechlich und ein wundervoller Wächter für Mensch, Vieh und deren Ländereien. Der Castro Laboreiro ist eine hervorragende Verbindung positiver Eigenschaften mit entschlossener Intelligenz. Als Hilfe für den Hirten taugt dieser Hund nicht. Er ist kein Hüte- oder Treibhund. Er geht mit dem Vieh, folgt ihm als "Schatten". Dennoch ist er sehr gelassen und einfühlsam mit seinem Halter, dem er außergewöhnliche Treue hält.
Er ist immer in guter Stimmung, er ist geduldig, spielt gerne und sehr vorsichtig mit den Kindern. Er hat instinktiv ein starkes Gefühl des Schutzes und ist mißtrauisch gegenüber Fremden, sei dies Mensch oder Tier. Wer versucht ihn einzuschüchtern oder herauszufordern, hat in ihm einen unnachgiebigen und schrecklichen Gegner.
Diese Rasse bindet sich an einen aus der Familie, der für sie der "Führer" ist. Diese Führung ist mit einem ganz besonderen Führungsstil zu verbinden. Der Führer muß ausschließlich und nur dann eingreifen, wenn es notwendig ist. Er muss den jungen Hund gewaltfrei an seine späteren Aufgaben heranführen; aber mit Geduld - wegen der Intelligenz des Hundes keine einfache Aufgabe. Die Eigenwilligkeit der Rasse sollte nur durch die Beharrlichkeit des Führers übertroffen werden. Denn diese Hunde lassen sich nur mit Respekt führen, niemals durch Angst. Der "Führer" muß führen können - ohne ein Diktator zu sein.
Das Castro Laboreiro ist eine gebürtige portugiesische Rasse, die von der Verein Português de Canicultura - C.P.C. anerkannt wird (portugiesische Hundehüteverein), mit amtlichem Standard seit 1935. Diese nationale Rasse wird offiziell durch das F.C.I unter 2.2/170 anerkannt. Der Castro Laboreiro ist eine reine Gebirgsrasse, ein wolfsähnlicher Mastiff. Ihn kennzeichnet ein immer aufmerksamer und durchdringender Ausdruck, der ihm, zusammen mit einem wolfsähnlichen Pelz, einen "unfreundlichen Blick" gibt. Die Augen sind elliptisch schief, immer braun gefärbt. Die hellfarbigeren Augen tragen Hunde mit der sog. "Gebirgsfarbe". Die Ohren sind dreieckig und stehen parallel zum Kopf. Nur wenn er aufmerksam ist, drehen sie sich nach vorne.
Die Färbung der Hunde ist sehr interessant. D.h. sie haben eine Mischmusterfarbe aus Grau, Schwarz, Braun und Gelb. Ein Mix mit großer Mustervielzahl und -intensität bringt eine einmalige Vielfalt hervor, wie es sie bei kaum einer anderen reinen Rasse gibt. In Portugal wird die "Gebirgsfarbe" der Hunde bevorzugt. Dies ist eine "wilde Farbe" ; gräulich, mit mehr und weniger tiefen Tönen, das zum Schwarzen neigt und gleichzeitig brünett und rötlich ist. Diese Färbung ist eine ausgezeichnete Tarnung in den Bergen. Der Castro Laboreiro ist robust, mit einer starken Knochenstruktur und wesentlich vielfältiger als alle typischen Gebirgshunde. Das Schattenbild ist rechteckig, hochmütig. Der Hund trägt ein sehr starkes Scherengebiss. Sein Körper ist wohlgeformt, hoch, groß und regelmäßig. Der Schwanz gebogen, gut bedeckt und wird unten getragen. Wird der Hund gereizt, hebt sich der Schwanz bis über die Rückenlinie. Die Füße sind groß, rund und können einfache oder doppelte Sporne an den hinteren Füßen zeigen. Seine Stimme ist einmalig. Sie reicht über mehrere Oktaven und kann sich bis zum Wolfsgeheul erheben. Und doch ist er kein lauter Hund. Bellt ein CL, hat er einen Grund! Es ist eine mittelgroße Rasse, deren Höhe zwischen 57-71 Zentimeter (23-28") und deren Gewicht bei 30-45 kg liegt (74-111 Pfund).
Herdenschutzhund?
Cao de Castro Laboreiro - zu deutsch "Der Hund aus dem Dorf Laboreiro" oder "Der Hund aus der Arbeiterstadt". Ein wohlklingender Name, an den man sich erst einmal gewöhnen will. In der Kurzform heißt er nur CL oder Laboreiro. Hier in Deutschland ist die Rasse völlig unbekannt. !"Ähh, was ist das?" werde ich immer gefragt. Der Castro Laboreiro ist ein portugiesischer Cattle-Dog, ein Herdenschutzhund ganz besonderer Art.
Im Gegensatz zum Hütehund wie Australian Shepard, Schäferhund usw. bewacht ein Herdenschutzhund die Herde vor Angreifern, während der Hüte- oder Treibhund die Herde als verlängerter Arm des Schäfers und nur auf dessen Befehl handelt. Ganz anders ist der Herdenschutzhund. Er hat nicht die Orientierung zum Schäfer - er arbeitet selbständig und handelt entsprechend.
Viele Herdenschutzhunde verbringen sehr viel Zeit allein mit der Herde. Sei es nun in deren Lagerplätzen, auf deren Höfen, oder auch auf den langen Wanderungen. Dies setzt einen sehr selbstbewussten Hund voraus, der zu eigenständiger Arbeit und Handeln fähig ist. Besonders deutlich ist der Schutztrieb während der Dämmerung und Nacht ausgeprägt. Dies sind die bevorzugten Zeiten der Beutegreifer. Diese Merkmale sind, wie auch seine exzellenten, stets hellwachen, scharfen Sinne, die ihn jederzeit alles registrieren lassen, was in seiner weiteren Umgebung geschieht, genetisch fixiert.
Schutztrieb
Der Schutztrieb und das starke Territorialverhalten gehören zu den herausragenden Eigenschaften des Herdenschutzhundes. Grundsätzlich liegt die Strategie dieser Hunde eher in der defensiven Abwehr. Das Territorium des HSH umfasst für gewöhnlich nicht nur das mit dem Gartenzaun abgesteckte eigene Grundstück, sondern auch das weitere sichtbare Umfeld sowie häufig besuchte Plätze und Spazierwege.
Auf den externen Betrachter wirken "friedliche" Herdenschutzhunde eher verschlafen, gar stoisch oder phlegmatisch. Liegt er auch die meiste Zeit dösend in seinem Revier - sollte man sich nicht davon täuschen lassen. Jener vermeidlich dösende Hund kann sich in sekundenschnelle zu einem imposanten, reaktionsschnell abwehrenden Hund verwandeln. Der sparsame und sinnvolle Einsatz seiner Kräfte ist maßgebend für den effektiven Schutz seiner anvertrauten Herde.
Weder heute noch damals war es im Interesse eines Hirten, dass sein Herdenschutzhund jedem vermeintlichen Feind hinterher jagt. Viel mehr beobachtet der gut geführte Herdenschutzhund den "Feind" aus sicherer Distanz, präsentiert sich und meldet ihn mit lauter Stimme. In der Regel platziert er sich immer zwischen der Herde und dem Feind.
Bevor Sie daran denken, solch einen Hund in Ihre Familie aufnehmen zu wollen, folgendes: Ihr Cl braucht Platz und eine Aufgabe. Wer seine Freizeit auf dem Hundeplatz verbringen möchte, sollte sich einen anderen Hund suchen und einen großen Bogen um diesen Hund machen. Der CL ist ein Juwel -ursprünglich und edel und elegant.









